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Mischmetall, Germany - Homepage
WALTARI - Release Date

Und fast dachte ich schon, Waltari wären normal geworden... Derart eingängig tönt der Opener “Get Stamped” vom neuen Album aus den Boxen – nur um nach genau drei Minuten abrupt von einem merkwürdigen, semiakustischen Zwischenspiel unterbrochen zu werden. Alles beim alten in Helsinki also: Waltari bescheren uns ein weiteres mal ihren „Wir-spielen-alles-wenn-wir-wollen-Crossover“. Der wirkt diesmal ziemlich aufgeräumt und nicht so zerrissen, wie manches Mal in der Vergangenheit: Wie immer wird der Sound zusammengehalten vom allgegenwärtigen und mächtigen Viervierteltakt. Schlagwerker Ville interpretiert seine Rolle diesmal aber äußerst metallisch und macht auch vor Blastbeats nicht halt. Ebenso agiert die Gitarrenfraktion mit Gitarrist Sami, der nebenbei ja auch bei Kreator die Saiten zerpflückt, metallisch, zugleich aber vielseitig. Einigendes Element im Waltari-Klanguniversum sind weiterhin die zuckersüßen Melodeien im Refrain. Über allem schwebt die unverwechselbare Stimme von Mastermind Kärtsy, der wieder weniger rappt, dafür aber mehr Death Metal-like grunzt – egal wie hymnisch sonst das Stück ist („Hype“). Mal sind die Songs melanchonisch („Big Sleep“), mal metallisch („Let’s Puke Together“ – genialer Titel!), mal progressiv (das ellenlange und in mehrere Teile unterteilte „Cityshamaani“). Und kurze, schnelle und knackige Schrammelrocker wie „THD“ suchte man viel zu lange vergeblich auf Waltari-Alben. Als Bonus enthält die CD mit „Spokebone“ noch eine Ethno-Techno-Metal-Hymne der Extraklasse, die den Bogen zu den Anfangstagen der Band spannt. Waltari verstehen es einmal mehr, nicht nur zu überzeugen, sondern zu überraschen – und das soll ihnen erstmal einer nachmachen!

Eckart Maronde



mudjumper, de - Homepage
best live band ever!
die beste live-Band die ich je gesehen habe!



Alex Müller/The-Pit.de, Germany - Homepage
Wer sieht es noch, das grosse und übermächtige Fragezeichen, das direkt über meinem Kopf schwebt? Denn ob man es jetzt glauben kann oder nicht, Waltari haben es mit ihrem neuesten Output “Release Date“ wirklich geschafft, mich in pure Hilflosigkeit zu versetzten...

Wie ist so etwas möglich? Nun, mit einem simplen „die spinnen, die Finnen“ ist es mitnichten getan (und würde im Grunde der Sache auch nicht gerecht werden). Das Quartett aus Helsinki hat es wirklich mal wieder perfekt verstanden, sich musikalisch zwischen alle nur erdenklichen Stühle zu setzten.

Und dabei beginnt mit “Get stamped“, “Big sleep“ und “Let´s puke together“ alles noch so verheissungsvoll und vertraut. Waltari rocken ordentlich in bester Black Sabbath - Manier daher und würzen diese Sounds mit schrulligen (aber dennoch coolen) Crossover - Anleihen. Die Stücke gehen recht ordentlich in die Gehörgänge und der gemeine Metal-Head gibt sich durchaus positiv in seiner Meinung.

Doch ab Titel Nr. 4 (“Cityshamaani“) ist alles vorbei und wird brutal über den Haufen geworfen. Nicht nur, dass dieser Song in fünf Unterkapitel aufgeteilt ist (von denen jedes Kapitel aber nochmals einen separaten Song darstellt, was uns aber die offizielle Tracklist verschweigt), dieses Mammutwerk ist mit sage und schreibe 37 Minuten(!) nur noch als wahrhaft episch zu beschreiben!
“Cityshamaani“ ist im allgemeinen mehr mit einer bizarren Oper zu vergleichen. Eine Opernaufführung, die den Begriff „Pop-Art“ für sich noch mal gänzlich neu definiert hat. Hier geben sich in regelmäßigen Abständen Thrashgitarren und Dancebeats ein Stelldichein sowie übelst gegrowlte Death Metal - Parts geben sich mit elegischen Klavierbögen die Klinke in die Hand. Zwischendurch versehen wir das Ganze noch mit ein paar wild Punk-Exzessen und fertig ist ein Stück Musikgeschichte, dem man nur ratlos hinterher blicken kann.

Die darauffolgenden Songs sind zwar bei weitem nicht mehr so opulent ausgefallen, aber deswegen nicht minder einfach zu degustieren. Denn mal ehrlich: Ein Album, das so grandios Old-School-like beginnt und dann mit einem Schlag so in Extreme wie Powerpop, Grindcore, Noise Rock, Techno und Eurodance abdriftet, kann man nicht „normal“ bewerten! Wie soll dass auch möglich sein?!

Waltari haben mit “Release Date“ erneut ihr eigenes Universum vorgestellt und die (nicht vorhanden) Grenzen perfekt abgesteckt.
Ein richtiger Schlag auf die Zwölf ist dann aber der Bonustrack “Spokebone“. Dieser wurde zusammen mit dem finnischen Frauenchor Värttinä und viel Elektro - Bumm Bumm eingespielt... Man muss es wirklich selbst einmal gehört haben. Denn die passenden Worte finde ich hier beim besten Willen nicht mehr...

Fazit:
Die Fans können sich freuen und werden entsprechend erahnen können, was sie auf “Release Date“ alles erwartet. Allen anderen empfehle ich vorab aber eine sehr ausgedehnte Hörprobe.

Bewertung: keine Wertung



Grinch, - Homepage
Es rotiert gerade die neue Scheibe der Musikköche WALTARI in meinem CD-Player. Völlig vorurteilslos, eher in freudiger Erwartung gehe ich einen Song nach dem anderen durch, und lese mir dazu die Erläuterungen des Labels Dockyard 1 durch. Angepriesen als eines der „härtesten Alben“ von WALTARI seit „Yeah! Yeah! Die! Die!“, dem 1996er orchestralen Meisterwerk der Finnen, war ich ja doch schon besonders gespannt, denn die anschließenden Alben sagten mir nicht sehr zu. Zu sehr durchmischt und mir eine Spur zu abtrünnig und humorlos.
Doch nun sollte alles anders werden: Bereits der erste Song („Get Stamped“) legt ordentlich los, ist mir jedoch noch etwas zu lau. Soll heißen: die Idee gut, alles sauber und rund, also leider ein echter MTV-Song.
Der zweite Song („Big Sleep“) hingegen schon angenehm abwechslungsreich, kantiger und härter. Ein eingängiger Hook führt durch den Song, zeigt jedoch nur am Rande wie experimentierfreudig man WALTARI im Gedächtnis hat. Metal at ist best bekommt man nun im dritten Abschnitt der Platte: „Lets Puke Together“, Heavy Metal Riffs, cleaner Gesang, Growls und Screamings und eine Prise Witz, alles was das Leben schön macht.
Dass die Band musikalisch einfach viel drauf hat, haben sie ja schon mehrfach unter Beweis gestellt. Sei es bei der Oper „Yeah! Yeah! Die! Die!“, „Evangelium“, der Mischung aus Grindcore und Oper 1999 oder den preisgekrönten Soundtracks zu den Kultspielen Max Payne I und II.
In diesem Stile findet sich nun auch das aus sechs Akten bestehende Opus „Cityshamaani“, das von Industrial- über Jazz- bis hin zu Popattetüden beinhaltet. Das macht alleine schon 39:38 Minuten aus und wäre auch so schon ein einzelnes Album wert gewesen! Aber nun ist es Bestandteil des Gesamtwerks „Release Date“ geworden und macht diese Scheibe zu etwas ganz Besonderem.
Die letzten Songs runden das Gesamtkonzept perfekt ab und sind in sich wieder geschlossen. Extra anzumerken bleibt hier eigentlich nur, dass der einzig nicht sehr ansprechende Song „Hype“ insofern doch gelungen ist, als dass er prompt sein Ende findet, sobald er anfängt auf die Nerven zu gehen.
Alles in allem kann ich WALTARIs „Release Date“ jedem ausnahmslos empfehlen. Bei einer Gesamtlaufzeit von knapp 71 Minuten und einer schier unbegrenzten Kreativität wird dieses Album selbst nach mehrmaligem Hören einfach nicht langweilig. Schön, dass es so was noch gibt.

8 eigentliche, 13 angezeigte Titel (inkl. Bonustrack „Spokebone“); 70:50 Minuten



whiskey-soda.de, Germany - Homepage
Die verrückten Finnen um Frontspinner Kärtsy sind kaum ein Jahr nach dem letzten Album zurück und versuchen erneut ihr Glück, ihre Sicht auf die Metalwelt zu propagieren. Aber warum eigentlich etwas dazu sagen - denn schließlich lieben die Fans die Band abgöttisch, und der Rest tut die Jungs als Vollspacken ab, die nichts ernst nehmen. Der Fan kauft es blind, der Rest macht einen Bogen darum. Das wird sich auch jetzt nicht ändern.

Natürlich sind Waltari eine nun schon Jahre andauernde Ausnahmeerscheinung im Metalbereich, aber spätestens mit dem aktuellen Album ist eines klar: Der Lack ist ab. Versponnene Musik nur um ihrer selbst Willen ist noch übler genießbar als einfache Musik.

Alleine schon das Album Release Date zu nennen, vermittelt den Eindruck, als hätten die Jungs sich zusammengesetzt und gesagt: So, jetzt versuchen wir mal, einen möglichst blöden Albumtitel zu entwickeln. Beim nächsten mal könnte man es ja Waltaris next Album nennen, das wäre ähnlich schlau. Auch musikalisch wirkt das Album ziemlich gequält. Lockerheit und Coolness sind der Band nach jahrelanger Ausgeflipptheit total abhanden gekommen. Viele der Spielereien scheinen reiner Selbstzweck zu sein.

Zwar sind einige sehr gute Songs dabei - wie das mit einem berühmten finnischen Frauenchor eingesungene Spokebone und das nicht minder gute, sehr harte Get Stamped, aber einige der Stücke stressen einfach. Negatives Highlight dabei ist das 37 Minuten lange, einfach nur nervtötende Cityshamaani, das niemand bei klarem Verstand konsequent durchhören kann. Waltari wollen zeigen, was sie alles können und vergessen über den kruden Stilmix das gute Songwriting.

Es wird dringend Zeit, im Hause Waltari etwas zu ändern. Das sie es eigentlich können, haben sie schon bewiesen, und beweisen es auch auf Release Date - aber eben nur stellenweise.



FFM-Rock.de, Germany - Homepage
Seit mittlerweile bereits zwei Jahrzehnten schaffen es Finnlands Crossover-Helden Waltari stets aufs Neue, Kritiker und Zuhörer mit ihren eigenwilligen musikalischen Kreationen in Staunen und Verwirrung zu stürzen. Auch auf ihrem bald erscheinenden Werk “Blood Sample“ vollbringt es die Band, die Mitte der 80er als Punkcombo ihr Schaffen begann, wieder einmal, eigene, abgefahrene Maßstäbe zu setzen. Inhaltlich umspielt die elfte Veröffentlichung des Quartetts mit den unaussprechlichen Nachnamen Themen des heutigen Europas, vor allem im Bezug auf die vorherrschenden Stimmungen und dem Verhältnis zwischen der alten und der neuen Welt. Wie zu erwarten, schrecken die Finnen auch in diesem Jahr bei der Zusammenstellung von Instrumenten und Stilelementen vor nichts zurück, viel mehr scheinen sie sich bei jeder Veröffentlichung aufs Neue entdecken zu wollen. Waltari mischen selbstbewusst Pop-Melodien, Powermetalriffs, Rap und Elemente aus Gothic, Dark Wave, EBM und Eurodance. Selbst vor kurzen Blackmetalanleihen wie in New York, der hammerfetten Grindcorenummer Exterminator Warheads und dem Einsatz von Hardcoreshouts scheuen sie sich nicht. Im In Pain erinnert durch seinen Mix aus Melodie und gerappten Parts ein Stück weit an Modern Metal Acts wie Linkin Park und Pigeons weckt in mir den Gedanken an eine Kooperation von Everlast und Cypress Hill im Orient. Besonders geil sind hier die spanischen Gitarren. Der Opener Helsinki kommt als geradeaus rockender Rammstein-Verschnitt in finnischer Sprache daher, allerdings zerstört der unpassende und unschöne Chorus das positive Anfangsbild der Nummer. All Roads Will Lead To Rome und Aching Eyes haben ein bisschen was von 69 Eyes, wogegen der Rausschmeißer Julia wie ein Beatlesrevival mit elektronischen Beats klingt. Die Beastie Boys grüßen bei Fly Into The Light, einem Song, in dem man Waltaris Erfolgsrezept deutlich raushören kann – Metalgitarren treffen auf Technobeats und lassen das Geschehen zu einem großen Tanzereignis avancieren. Waltari stolpern auf “Blood Sample“ von einem Paradox ins Nächste. Ohne Rücksicht auf Verluste und mit einem steten Augenzwinkern wird das zelebriert, was die Kreativität den Musikern im Schaffensmoment abverlangt. Die verschiedensten Elemente aus 20 Jahren Rock- und Popgeschichte werden auf einem einzigen Album in einen Topf geschmissen und zu verschiedenen Spezialitäten verarbeitet. Für viele möglicherweise zu unstet, für Freunde von Experimenten und freiem Gedankenfluss ein Muss – 7,5/10 Punkten.



frazer, cz - Homepage
BEST BAND OOOOVER THA WORLD!!






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