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Alex Müller/The-Pit.de, Germany - Homepage
Also manche Bandnamen sind wirklich so dermaßen dämlich, dass sie schon wieder fast genial sind... Ein solches Beispiel ist für mich das belgische Quintett Death before Disco um den Vokalisten Ioan Kaes, deren relativ junges Gründungsdatum auf den schönen Oktobermonat im Jahre 2003 zurückführt.
Seither blieb ihr vielschichtiger, musikalischer Stilmix aus den Bereichen Hard- und Progressive Rock, Emo-Core, Alternative und Metal nicht nur in ihrem Heimatland ein Geheimtipp für innovativen und lebendigen Sound der eingängigen Art und Weise.

Im Jahre 2004 folgte so dann auf “Goodlife Recordings“ das Debütalbum namens “Party Bullet“, welches wie eine eben solche einschlug und der noch jungen Combo einen beeindruckenden Achtungserfolg bescherte (sowohl in den Medien, als auch bei den Hörern und Käufern des Albums).
Nun, zwei Jahre später, schickt man sich mit dem vorliegenden “Barricades“ an, einen ebenbürtigen Nachfolger von “Party Bullet“ zu präsentieren, welcher nun allerdings erstmalig unter der Label-Flagge von “Lifeforce“ in See stechen wird...

Heraus kam dabei ein 10-Track-Album, dessen vielfältige Spielweise doch einige Hördurchläufe erforderlich macht, um das dargebotene einigermaßen einordnen und werten zu können.
So fährt beispielsweise der Opener “Etireno“ ein über fünf Minuten langes Wechselbad aus melodischer (Metal-)Härte und harmonischen Akustikgitarrenparts auf, im völlig gegensätzlichen Kontext zum folgenden, eher punklastigen und aggressiven Knüller “Barricades of Rumble“.
Der eigentliche (und bisherige) Höhepunkt des neuen Schaffenswerkes soll allerdings die auf acht Minuten ausgedehnte Progressive-Ballade “Jaguar“ werden, die auch mit langen (psychedelischen) Instrumentalabschnitten nicht geizt. Auch klingt hier die erdige und eingängige Stimme von Frontmann Ioan Kaes besonders eindringlich und nistet sich sanft in die Gehörgänge seiner Interessenten ein.

“Pyramids on Mars“ und “Kill the Dancer“ sind hingegen reine Vertreter der organischen Emocore-Schiene und bedienen auf dieser Ebene ihr Publikum auf das Beste. Hingegen fällt jenes “Matchstick Girl“ – durch sein deplaziert wirkendes Metal-Geraune – doch qualitativ recht deutlich ab und die vermeintlichen “Modern Times“ erinnern auch mehr an plakative Fortsetzungsarbeiten des ersten Albumdrittels.
Nochmals schön elegisch und kantig wird es hingegen beim sprichwörtlichen Herzschlagfinale “Set the Minutes“, das gekonnt die leichten Ermüdungserscheinungen einiger vorheriger Tracks wieder auszubügeln vermag.

Was unterm Strich also verbleibt, ist eine vielleicht nicht immer homogen wirkende Platte. Aber dafür eine, die rein musikalisch umso spannender und ziemlich flott anmutet. Wer also schon den gelungenen Vorgänger mochte und vor Freude im Dreieck springt, wenn von solchen Institutionen wie beispielsweise The Dillinger Escape Plan, Thursday und Mars Volta die Rede ist, wird auch beim vorliegenden “Barricades“ nahezu blind zugreifen können (auch wenn das „herzige Coverartwork“ im ersten Moment eher fehl am Platze wirkt).

Bewertung: 7 von 10 Punkten



Chris / BurnYourEars.de, Germany - Homepage
Die zweite Platte der einfallsreichen Belgier knüpft im Grunde dort an, wo uns „Party Bullet“ vor knapp zwei Jahren mit leuchtenden Augen zurückgelassen hat. Erneut bekommen wir es mit einer absolut gelungenen Mischung aus Rock, Emo, Screamo, Metal und diesmal sogar Prog (!) zu tun – überwiegend hochmelodischen Songs, denen es weder an zwischenzeitlich energetischen Eruptionen noch an Gefühl mangelt, und die Schubladendenken einmal mehr ins Abseits stellen.

Der Labelwechsel von Goodlife zu Lifeforce hat DEATH BEFORE DISCO zusätzlich beflügelt – ich höre vereinzelt Arrangements und Gitarrenquietschen im Sinne von COHEED AND CAMBRIA („Full Metal Jacket“), verspielt progressive Kabinettstückchen die mich an MARS VOLTA erinnern („Set The Minutes“), nachdenklich-melancholische Indie-Rocker der Marke THURSDAY („Goodbye“) oder das volle Brett mit Noise-Einschlag („Matchstick Girl“). Dabei muss man dem Fünfer bei aller oberflächlichen Vergleichbarkeit zugestehen, dass sie etwas sehr Eigenes entworfen, zu keinem Zeitpunkt die Übersicht verloren und ein in sich abgeschlossenes, vor ideenreicher Vielfalt nur so sprühendes Album geschrieben haben.

Als, wenn man denn so will, einzigen Kritikpunkt im Rückblick auf den vergleichsweise etwas durchgängiger krachenden Vorgänger (der jedoch bereits viele alternativ-poppige Elemente im Angebot hatte) könnte man anfügen, dass die Band ihre Hardcore-Anteile zugunsten eines experimentelleren Stils und somit der Erweiterung ihres Spektrums zurückgeschraubt hat, wovon unter anderem der fast schon gospelhaft anmutende Chor beim achtminütigen „Jaguar“ nur ein Beispiel von vielen ist. Viele ruhige Passagen finden sich auf Barricades, die einfach nur schön anzuhören sind und mit Klavier oder Backgroundgesang ergänzt werden (Goodbye).

Wie man die Wandlung schlussendlich bewertet, liegt letztlich einmal mehr im Auge des Betrachters – dass „Barricades“ ein großartiges Album geworden ist, wird so recht aber wohl kaum einer bestreiten, da bin ich mir ziemlich sicher.



Javi Falcón, Spain (Madrid) - Homepage
Inquietante, original a raudales y apasionante supone el aterrizaje en su disco de debut, Death Before Disco resultan inclasificables, siempre emocionantes (en la agresividad o en los perfiles más melódicos), y con la virtud de haber plasmado en “Party Bullet” un sonido propio e intransferible que os desmarca de posibles (y odiosas) comparaciones... tanto con bandas como estilos musicales con los que definiros... ¿Dónde están las claves de esta profunda declaración de personalidad musical?. La personalidad y el sonido propio son tesoros que algunas bandas no consiguen en toda su carrera y vosotros lo lográis con la tarjeta de presentación.

http://www.cuantoyporquetanto.com/htm/planetasonoro/entrevistas/deathbeforedisco.htm



The Rock, Germany - Homepage
Der Bandname gefällt mir ja schon wieder, hehe :o) Die Belgier haben es eigentlich so gar nicht damit, es einem leichtzumachen. Muß ja auch nicht sein, denn schließlich ist der moderne Metaller neugierig und aufgeschlossen. Und freut sich über´n Sound, den man nicht alle Tage bekommt. So klopfen Death Before Disco mal schön satt für alle Hardcorefans drauf, im nächsten Moment geht es düsterer, moderner zur Sache, dann halten Einflüsse aus Jazz und Punk Einzug und dazu gesellen sich noch die halligen Gitarrensounds, die man auch von Dan Swanö und Nightingale kennt. Die Jungs haben sich das sicher ganz fein ausgedacht (hinter der Hand kichernd mit dem Gedanken ‚des kapiert eh keiner’ – nein, ich unterstell doch niemandem Bösartigkeit…) – das Problem ist nur, daß der flexible Fünfer das Ganze ebenso klasse umgesetzt hat. Was vielleicht wirkt wie ein wüstes Durcheinand an ‚ich kann mich nicht entscheiden ist unterm Strich verdammt kompakt, homogen und erstklassig kombiniert. Innovatives Songwriting mit dem richtigen Spritzer an Nachvollziehbarkeit und immer wieder tollen Hooks und charismatischer Interpretation. Was will man eigentlich mehr? Ich stell mir nur grad den Sauhaufen an verschiedensten Bangern vor der Bühne bei einem Konzert von Death Before Disco vor… vom Proggie bis zum Six Feet Under-Jünger und zurück zu denjenigen, die es gern düsterer und hintergründiger à la Linkin´ Park meets Substyle haben. Hört Euch das Teilchen auf alle Fälle an, die Jungs können´s nämlich wirklich.



Rock Hard, Germany - Homepage
Irgendwie rufen der Titel „Party Bullet“ und der Name DEATH BEFORE DISCO bei mir beängstigende Erinnerungen an verpickelte Teenies wach, die meinen, sie müssten jetzt noch ein MTViva-kompatibles, weich gespültes Pop-Punk-Album mit weinerlichen Texten über ihr ach so schreckliches Leben auf den Markt schmeißen. Doch weit gefehlt: Die Band ist zwar tatsächlich noch relativ jung, das merkt man ihrem reifen Debütwerk allerdings in keinster Weise an. Das belgische Quintett begeistert vielmehr mit einem erfrischenden Mix aus Rock, Emo und Punk, fein gewürzt mit einer Prise Hardcore. Es gibt viel Melodie und ebenso viel Futter für Fans der härteren Gangart. Als tragendes Element kristallisiert sich relativ schnell das Gesangsorgan von Ioan Kanes heraus, der von unschuldigem Geträller bis hin zu Hardcore-Shouts das gesamte Repertoire draufhat.
Einfach zu erschließen ist „Party Bullet“ nicht, aber mit jedem Hören entdeckt man weitere verwinkelte Details, die einem diese Scheibe immer mehr ans Herz wachsen lassen.
Katharina Pfeifle
8 Punkte



BurnYourEars.de, Germany - Homepage
Ein bärenstarkes Debüt, was Death Before Disco hier abliefern. Während Belgien eigentlich für stumpfe Metalcore-Bands bekannt ist, vereint das junge Quintett auf „Party Bullet“ intelligenten und dynamischen Rock mit Hardcore, Emo und Metal zu einem kraftvollen Ganzen. Death Before Disco klingen auf ihrem ersten Album schon derart reif, entschlossen und packend, dass es eine wahre Wonne ist, sich dem einfallsreichen Sound, gerne auch unter Kopfhörern, hinzugeben.
Den roten Faden der 12 Tracks umfassenden CD bildet eindeutig Sänger Ioan Kaes, dessen Talent, Hardcore-eskes Shouting mit hochmelodischen Gesangslinien zu verbinden einen schnell den Hut ziehen lässt – schwelgerisch, süß aber nie pussy-bubblegum-like. Dabei geht man zum Glück erst gar nicht dem ausgelatschten Strophe-hart-Refrain-weich-Prinzip nach, sondern lässt Aggression und Gefühl homogen miteinander fließen. Die letzte Hopesfall kommt einem da vielleicht in den Sinn, aber auch Anhänger von 36 Crazyfists (höre „The Nations Divide“), Eighteen Visions (höre „Kiss, Kill, Lolita“) oder anderer ähnlich vielschichtig musizierender Post-Hardcore-Combos könnten ihre helle Freude an „Party Bullet“ haben.
Das Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Schlagzeug ist superb, vor allem die beinahe innovativen Akkord-Folgen (z.B. in „Like Serpico“) lassen die warmen Öhrchen regelrecht weich werden. Das schöne an der Musik der Belgier ist, dass sie weder gewollt trendy klingt, noch zu offensichtliche Hits bietet. Stattdessen findet man auf „Party Bullet“ interessante und spannungsvolle Arrangements, viel Kreativität und durch die Bank überzeugendes Songmaterial, das nicht dröhnt wie zum x-ten Male neu durchgekaut. Death Before Disco könnten im Hardcore/Emo/Was-weiß-ich-Genre dick absahnen. Gegönnt sei es ihnen allemal!



metal-inside.de, Germany - Homepage
Letztes Jahr haben DEATH BEFORE DISCO mit den legendären SHAI HULUD getourt (obwohl ich mich nicht erinnern kann, DBD in Bremen gesehen zu haben), das spricht schon mal für die Qualität der Jungs. Obwohl DEATH BEFORE DISCO Belgier sind, zocken sie nicht den dort so populären Metalcore á la BORN FROM PAIN, sondern haben sich auf die rockig-punkige Emo-Schiene begeben. Ja, das bedeutet zweitweise weinerlichen Gesang, der aber durch die fett rockenden Gitarren immer gekontert wird. Ausnahmen („Like Serpico“) gibt es, sind aber eben nur das – Ausnahmen. Die meiste Zeit gibt es modernen Hardcore, der ordentlich nach vorne geht und sie, wie es mittlerweile Usus zu sein scheint, nicht darum kümmert, aus welchem Genre er was mitnimmt. Hört euch nur das ziemlich geile „Blink, Brake“ an, das mit fiesen Moshparts und einer wunderbaren Screamo-Stimme aufwarten kann, oder „Kiss, Kill, Lolita“, das als Referenzstück vieler Metalcore-Combos durchgehen kann und dank seinem genialen Chorus Tanzflächenfeger werden könnte. So vielschichtig wie die aktuelle Emo/HC-Szene anno 2005 ist, zeigen sich auch DEATH BEFORE DISCO. Eine richtig coole Scheibe, die DEATH BEFORE DISCO zu einer ganz großen Nummer machen könnte. Da ist selbst der Hidden Track cool. DEATH BEFORE DISCO goes Singer/ Songwriter hehe. Ganz nett, aber auf Dauer doch lieber den arschcoolen Titeltrack. (lh)






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